Richtig lernen - Ja! Lernen kann man lernen

Schrift:3. Februar 2009 in Wissen | 4 Kommentare | Artikel drucken

I. Überblick

Hier sitz ich nun vor einem Stapel aus Büchern, das unterste Buch ächzend unter dem Gewicht seiner Geschwister darüber. Wie fange ich an?
Nachdem gezeigt ist, mit welcher Motivation an das Lernen herangegangen wird, kommen wir zum Schleifen des Messers, der Vorarbeit. Dieser Teil des Lernens ist genau so wichtig wie das Lernen selbst.
»Hast du 60 Minuten Zeit einen Baum zu fällen, dann nutze 20 Minuten zum Schärfen der Axt.« Mit diesem Zitat möchte ich verständlich machen, warum Vorarbeit die Säule unseres Lernhauses ist. Die Vorarbeit schärft unser Gedächtnis und belebt unser bisheriges Wissen zum Thema. Wir bereiten dem neuen Lernstoff ein Fundament auf dem gebaut werden kann.
Eine Tatsache beim Lernen ist, dass man das Gehirn mit neuen Informationen füttert. Diese können von unserem Taschenrechner mit Extras nicht ohne weiteres eingeordnet werden. Neues wird nur skeptisch an das Großhirn weitergereicht, wo Wissen letztlich eingeprägt wird. Wenn überhaupt merke ich mir nur Bruchstücke davon. Diese Schutzfunktion ist wichtig, damit wir nicht »überlaufen«. Beim Lernen ist sie aber das Haar in der Suppe.
Hauen wir also keine Nägel in das Glashaus, wozu gibt es Saugnäpfe? Abhilfe kann geschafft werden: Anstatt Hals über Kopf ins Ungewisse zu lernen, hilft es ungemein, wenn ich mir zunächst einen Überblick über die benötigten Themen verschaffe. Wie beim Puzzeln steckt man zunächst den einfachen Rahmen, bevor man sich den schweren Teilen zuwendet. Das schöne ist, dass auch die schweren Teile umso leichter werden, je kompletter mein Puzzle wird. Beim Lernen bedeutet dies konkret folgende drei W-Fragen zu beantworten. Wo ist das neue Wissen einzuordnen? Wo kann es angeknüpft werden? Was erwartet mich? Da in der Regel aus einem Buch gelernt wird, ist es durch das Inhaltsverzeichnis nicht schwer das Thema einzuordnen. Es ist spürbar, wie erleichtert es sich lernt, wenn ich den gesamten Lernweg einen Kompass in der Hand halte. Hier das Beispiel einer Übersicht, wie ich sie für das Thema »AG« erstellt habe.

Anschließend schaffe ich ebenfalls mit Hilfe des Inhaltsverzeichnisses eine genaue Struktur des Teilgebietes »Die AG«.

1.1 Übersicht als Mindmap zeichnen
Wie auf den oben gezeigten Beispielen zu sehen ist, habe ich die Übersicht als Mindmap gezeichnet. Jetzt sollte gesagt werden, dass wir radial (von einem Punkt ausgehend) denken. D.h., dass unser Gehirn von einem zentralen Begriff ausgehend sprühend passende Informationen liefert.

Was ist also sinnvoller, als die Übersicht, die ebenfalls einen mittigen Begriff enthält, in einer Mindmap niederzuschreiben? Ein wirklich glanzvolles Programm für den Computer um Mindmaps zu zeichnen ist FreeMind. Entscheidend bei einer Mindmap ist, dass sie pro Ast ein Schlüsselwort enthält – nicht mehr und keine Sätze!

1.1.1 Warum ich nur die Übersicht als Mindmaps mache
Ja, Mindmaps können nicht nur für die Übersicht in der Vorarbeit verwendet werden, sondern auch für den eigentlichen Lernprozess. Kurz erklärt werden dafür wie bei der Vorarbeit nur Schlüsselwörter verwendet. Zusätzlich ist es nützlich die Schlüsselwörter mit kleinen Bildern zu ergänzen, denn diese wirken 80% mehr auf uns als Texte. Als kleinen Selbstversuch versucht sich der Leser an das Titelbild (ganz oben) zu erinnern. Nun an das erste Wort. Da das Bild kongruent zu dem Schlüsselwort sein sollte, prägen wir uns dieses gleichzeitig mit ein. Passende Bilder gibt es auf www.photocase.de.

Meine Erfahrung durch erproben der Lernmethoden hat allerdings ergeben, dass Mindmaps bei überschaubarem Lernstoff durchaus praktikabel sind, bei wachsendem Lernstoff allerdings an ihrer Effizienz verlieren.
Soweit dieser Einschub, um die Vollständigkeit zu wahren und für diejenigen, die diese Methode ausprobieren möchten.

1.2 Aktivierung des Wissensnetzes
Wichtig zu wissen ist, dass unser Gehirn bereits vertrautes Wissen erkennt. Solches wird vom Großhirn wie ein alter Freund begrüßt und mit dem bekannten Wissen verknüpft. Was erscheint also vernünftiger, als neues Wissen mit bekanntem zu verknüpfen? Durch die Übersicht kennen wir die Elternzweige aus denen der neue Lernzweig hervorgeht.
Mancher hat bestimmt einmal versucht den abgebrochenen Zweig eines Baumes sprießen zu lassen. Es wird klappen, aber es braucht Zeit und Geduld. Bevor er sprießen kann, muss er nämlich erst Wurzeln schlagen. Beim Lernen ist es gleich, bis auf das Zuckerchen, dass die Wurzeln durch Vorwissen gezüchtet werden können. Je mehr Vorwissen ich zu dem Thema habe, desto leichter prägen sich neue Informationen zum Thema ein:

Deshalb besteht der nächste Schritt darin zum betreffenden Thema noch Notizen zu meinem bisherigen Wissen zu machen. Mit der eben erstellen Mindmap kann ich nun neben den einzelnen Ästen der Mindmap aufschreiben, was mir zu den Schlüsselwörtern einfällt. Diese Notizen sind keine Sätze, sondern Stichwörter. Ich aktiviere damit mein Vorwissen. Damit sind beide Wo-Fragen beantwortet: Wo ist dieses neue Wissen einzuordnen? √ Wo kann es angeknüpft werden? √

1.3 Inhalt überfliegen
An dieser Stelle ist es ebenfalls sinnvoll den Inhalt des Kapitels zu überfliegen.
Dadurch wird die übliche anfängliche Skepsis der ersten Schritte auf neuem Terrain vertrieben. Dabei entscheidet das »Auge«, was bei diesem flüchtigen Lesen angeschaut wird. Alles was auffällt bewertet unser Geist auf den ersten Blick besonders wichtig. Dies werden Titel und Untertitel, Illustrationen, Grafiken und typografisch hervorgehobene Wörter sein. Die Vorarbeit ist getan und die letzte Frage kann abgehakt werden: Was erwartet mich? √

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1. Mike schreibt am 10. Februar 2009 um 11:46

Hallo Marc,

als Student bist ja noch voll im Geschäft, was das Lernen angeht. Das Thema beschäftigt uns aber sicher fast alle. Wie schaffe ich es meinen Lernstoff zu bewältigen? Welche Möglichkeiten gibt es effektiv, schneller, besser und einfacher zu lernen? Kann ich meine Gedächntnisleistung steigern? Welche Strategien gibt es um immer hochmotiviert ans Lernen zu gehen? Wie beseitige negativen Lernstress?

Dein Artikel bietet hierzu sehr viele postive Ansätze. Wer hierzu noch mehr erfahren möchte empfehle ich ergänzend folgendes Gratis eBook zum Thema: Effektiv, schneller, besser und stressfrei Lernen.

http://kostenloses-ebook.hosting-allinclusive.com/?p=175

2. Stephania schreibt am 7. August 2009 um 14:27

Also so toll find ich den Artikel nicht !

3. Alexander schreibt am 16. September 2009 um 15:18

Hi,

interessante Zusammenfassung.

Würde gerne mehr über “Verstehen” wissen, in Zusammenhang mit dem Lernen.

Gruß
Alexander

4. hi schreibt am 27. März 2010 um 16:00

Der Artikel war zwar sehr spannend aber zum thema konzentraion hat es mir nicht viel geholfen..bin momentan ziemlich unter Prüfungsstress und kann mich nicht konzentrieren…was kann man den dagegen machen?

gruß Pelin

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Mein Name ist Marc Metz und ich bin Autor des Schokoladenes-Blogs. Hier veröffentliche ich Artikel über Themen die mich interessieren. Über was ich in den Artikeln schreibe? Kurz und bündig über Wissen das sich meiner Meinung nach zu wissen lohnt.

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